Der Nephrologe Johan Lorenzen und der Gastroenterologe Michael Scharl haben den renommierten Georg Friedrich Götz-Preis erhalten. Der Preis wird an der UZH jährlich für besondere Leistungen in der medizinischen Forschung verliehen. Im Rahmen des Tages der Klinischen Forschung am UniversitätSpital Zürich wurde zudem der Hartmann Müller-Gedächtnispreis 2018 vergeben.

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Die Gewinner des diesjährigen Georg Friedrich Goetz-Preises: Johan Lorenzen und Michael Scharl. (Bild: ZvG)

 

Johan Lorenzen überzeugte das Preiskomitee durch sein hervorragendes wissenschaftliches Werk und seine erfolgreichen Karriere, die er mit 37 Jahren vorweisen kann. Sein Spezialgebiet liegt auf dem Gebiet der microRNA mit Fokus auf Nierenerkrankungen. Er verbindet in eleganter Weise biomedizinische Grundlagenforschung mit wichtigen klinischen Fragestellungen. So gelang es ihm unter anderem, die herausragende Bedeutung der microRNA-24 beim renalen Reperfusionsschaden und der akuten Niereninsuffizienz zu erkennen.

Johan Lorenzen wurde 1980 in New York City geboren. Er studierte von 2000 bis 2007 Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Seine klinischen Assistenzarztjahre absolvierte er in Innerer Medizin und Nephrologie an der Medizinischen Hochschule Hannover und erlangte die Facharzttitel Innere Medizin und Nephrologie im Jahr 2016. Er habilitierte 2011 an der MHH und wurde 2016 zum ausserplanmässigen Professor befördert. Im November 2016 erfolgte der Wechsel an das UniversitätsSpital Zürich, wo er aktuell als Oberarzt und Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Nephrologie tätig ist.

Johan Lorenzen publizierte erfolgreich und wurde mit mehreren Wissenschaftspreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Dr. Werner Jackstädt-Forschungspreis im Jahr 2016.

Kampf gegen Darmerkrankungen
Michael Scharl gehört zu den weltweit führenden Wissenschaftlern in der Erforschung der Rolle der Protein-Tyrosin-Phosphatasen bei der Entstehung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen sowie der molekularen Mechanismen der Fistelentstehung bei Patienten mit Morbus Crohn. Er ist Leiter Forschung der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am USZ sowie Mitglied der Klinikleitung. Seit August 2017 hat er die Peter Hans Hofschneider Stiftungsprofessur für Biomedizinische Forschung an der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie der UZH inne.

Michael Scharl studierte Medizin an der Universität Regensburg. Von 2007 bis 2009 war er als Postdoc im Labor von Kim E. Barrett an der University of California , San Diego, tätig. Im Mai 2009 begann er an der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am USZ eine Research Fellowship, seit November 2011 ist er unabhängiger Forschungsgruppenleiter. Mit 30 Jahren konnte er bereits seine Habilitation einreichen.

In seiner noch jungen Karriere hat Scharl bisher weit mehr als 100 in PubMed gelistete Arbeiten in exzellenten Zeitschriften wie Journal of Clinical Investigations, Gastroenterology, GUT, Autophagy oder Mucosal Immunology  publiziert. Der 36jährige Forscher wurde für seine bisherigen Arbeiten mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem 2008 AGA Fellow Travel Award,  dem Rising Star Award  der Europäischen Gastroenterologen und dem Forschungspreis der Schweizer Gastroenterologischen Gesellschaft SGG. 

Georg Friedrich Götz-Preis
Der Georg Friedrich Götz-Preis wird jährlich an zwei Forschende, die an der Universität Zürich habilitiert sind und sich über hervorragende, international anerkannte Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen- oder klinischen Forschung ausweisen können, ausgerichtet. Der Stiftungsgründer Georg Friedrich Götz lebte von 1893 bis 1972. Der in Deutschland geborene Unternehmer siedelte 1960 in die Schweiz um. Er musste sich im Laufe seines Lebens mehrmals in Zürich Operationen unterziehen, etwa wegen Lungenkrebs oder einer Darmerkrankung. Aus Dankbarkeit für die wiedererlangte Gesundheit gründete er an der Universität Zürich eine Stiftung, welche jährlich einen Preis für Fortschritte in der Medizin vergibt. Der Preis ist mit insgesamt 30'000 Franken dotiert.


Hartmann Müller-Gedächtnispreis 2018 an Jeffrey D. Rothstein
Neben dem Georg Friedrich-Götz-Preis wurde am diesjährigen Tag der klinischen Forschung auch der Hartmann-Müller-Gedächtnispreis 2018 vergeben. Der Preis ging an  Jeffrey D. Rothstein aus den USA. Rothstein ist ein führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), einer unheilbaren neurodegenerativen Erkrankung, welche zum Absterben von Nervenzellen führt, die für die Ausführung von willkürlichen Bewegungen verantwortlich sind. Rothstein ist Professor und Leiter des bedeutenden ALS Forschungszentrum an der Johns Hopkins University Medical School in Baltimore, USA. Der Stiftungsrat der Hartmann Müller-Stiftung zeichnet Rothstein vor allem für seine einzigartige Kombination von klinischer und Grundlagenforschungsorientierter Arbeit sowie die Integration der Pathophysiologie von Gliazellen aus.

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