Das UN-Entwicklungsprogramm arbeitet neu mit der Universität Zürich zusammen. Der Ökonom Marc Chesney und sein Team unterstützen die Vereinten Nationen, ihre Ziele zur nachhaltigen Entwicklung zu erreichen.

Adrian Ritter, Redaktor UZH News, UZH Kommunikation

ChesneyUntersuchen die Nachhaltigkeit von Investitionen: Falko Paetzold und Marc Chesney vom Center for Sustainable Finance and Private Wealth der UZH. (Bild: Cedric Zellweger)


Mit gutem Gewissen investieren und attraktive Renditen erzielen: Wer könnte diesem Ziel wiedersprechen? Der Markt für sozial und ökologisch nachhaltige Investitionen boomt denn auch. Gemäss Schätzungen erreicht das so genannte «Impact Investing» inzwischen ein Volumen von rund 114 Milliarden Dollar. Die Investitionen können dabei die unterschiedlichsten Formen annehmen – etwa Darlehen, Kredite oder Beteiligungen an Private Equity oder Venture Capital. Gerade für private Investoren, Entwicklungsbanken und Stiftungen bietet sich Impact Investing an, um Gelder direkt in Projekte zu investieren, die ihren Zielen entsprechen.

Aber zeigen die gutgemeinten Gelder auch die entsprechende Wirkung? Verändern sie die Welt tatsächlich zum Besseren? Diese Frage beschäftigt auch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Es unterhält mit «SDG Impact Finance» seit November 2016 eine eigene Initiative, die privaten und öffentlichen Sektor zusammenbringen und nachhaltige Investitionen fördern will. Die Initiative soll massgeblich dazu beitragen, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen umzusetzen. Die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) umfassen 17 Ziele – von der Beendigung der Armut bis zum Zugang zur Justiz für alle Menschen.

Um die Wirksamkeit solcher Investitionen besser messbar zu machen und um zu erforschen, wie Investoren vermehrt dafür gewonnen werden können, in nachhaltige Investitionen zu investieren, geht das UN-Entwicklungsprogramm jetzt eine Kooperation mit neun Hochschulen ein, darunter auch die Universität Zürich (vgl. Kasten). Ein neu geschaffener Forschungsrat (UNSIF Research Council) soll die Forschung zu nachhaltigen Investitionen koordinieren.

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Der neue Forschungsrat soll mithelfen, die «Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung» der Vereinten Nationen umzusetzen. (Bild: UN)

Auf bisherige Forschung aufbauen

Seitens der Universität Zürich ist das Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP) an der Kooperation beteiligt. Das Anfang 2017 gegründete Zentrum ist Teil des Instituts für Banking und Finance der UZH (vgl. Kasten). Das Center wurde ausgewählt, weil hier schon mehrere Forschungs- und Ausbildungsprojekte zum Thema Impact Investment durchgeführt wurden.

«Nachhaltige Investitionen können zu einem zentralen Faktor einer nachhaltigen Entwicklung werden. Umso wichtiger ist es, die Mechanismen und Akteure genauer zu erforschen», sagt Falko Paetzold, Geschäftsführer des CSP. Das Center wird im Rahmen des Forschungsrats seine zentralen Forschungsthemen einbringen. Ein Fokus liegt auf der Frage, wie privates Vermögen vermehrt mobilisiert werden kann, um Projekte im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu finanzieren.

Das CSP konnte dank grosszügigen Spenden, welche über die UZH Foundation angenommen wurden, realisiert werden. 

Forschung für Nachhaltigkeit

Der neu gegründete Forschungsrat (UNSIF Research Council) umfasst neun hochkarätige Business Schools und Institute von Wirtschaftsfakultäten von neun Universitäten, davon drei in Europa (UZH, Oxford University, Maastricht University), zwei in Nordamerika (Carleton University/CA, University of Pennsylvania/USA), drei Universitäten in Asien (China Europa International Business School, Tsinghua University, National University of Singapore) und eine Universität in Afrika (University of Cape Town).

Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP)

Das Center for Sustainable Finance and Private Wealth der Universität Zürich forscht an der Schnittstelle von Private Wealth und Sustainable Finance. Das Zentrum untersucht unter anderem, in welchem Zusammenhang Nachhaltigkeit und Rendite von Investitionen stehen und wie sie gemessen werden können. Zudem gehen die Forschenden der Frage nach, wie die Idee des Impact Investing am besten in herkömmliche Investmentportfolios integriert werden kann.

Am CSP sind insbesondere Falko Paetzold (Geschäftsführer CSP), Marc Chesney, (wissenschaftlicher Leiter CSP), Annette Krauss, (Leiterin Lehre CSP) und Timo Busch, (Senior Fellow CSP) auf das Thema spezialisiert. Falko Paetzold hatte an der Harvard University zuvor ein Impact Investing Forschungs- und Ausbildungsprogramm für vermögende Privatpersonen mitinitiiert. Daraus entstand die Idee des CSP an der Universität Zürich.

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